Seit einem Jahr versorgen Jörn Petereit und Rico Tiepermann von Hamburg aus Kaffeekenner in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Premium-Kaffee zu beachtenswerten Konditionen. Inspiration ist wohl die berühmte “Teekampagne” von Prof. Faltin.
Prime Coffee Traders verkaufen aussschließlich jene Kaffeesorte, die jeden Kaffeefreund sofort die edelste Tasse zücken lässt: Jamaica Blue Mountain, und zwar Güteklasse 1.
Nur zum Verständnis: Um diese Klassifikation von der jamaikanischen Kaffee-Zertifizierungsstelle, dem Coffee Industry Board, zu erhalten, müssen 96 Prozent der Kaffeebohnen eine Größe von 17/20 und mindestens 98 Prozent der Charge keine Mängel aufweisen. Nur wenn der Grundsatz der Einheitlichkeit streng eingehalten wird, ist eine perfekte Röstung gewährleistet.
Und ist die Wunderbohne* erst einmal aus der Rösttrommel befreit, verbreitet sie ein herrlich weiches, ausgewogenes Aroma – quasi den Inbegriff des guten Kaffees, der überall versprochen, aber selten hervorgebracht wird. Die Balance zwischen herb und schokoladig hält der Blue Mountain mühelos und verwöhnt ohne zu pushen, denn sein Koffeingehalt liegt bei gut verträglichen 0,7 Prozent.
Blue Mountain ist sicher kein Allerweltskaffee, dennoch ist keine spezielle Zubereitungsweise nötig. Der Edelkaffee kann als Filterkaffee, in der French Press und auch im Vollautomaten bereitet werden.
Dass Petereit und Tiepermann als Erste die Idee hatten, den berühmten Kaffee nach dem Wirtschaftskonzept von Prof. Faltlins „Teekampagne“ zu handeln, überrascht ein wenig. Und doch erhielten sie als erstes deutsches Unternehmen die Rechte am Direktimport von Jamaica Blue Mountain und an der Markennutzung vom Coffee Industry Board. Große Mengen des schwarzen Goldes kommen nach Hamburg, um dort einmal wöchentlich frisch geröstet und in aromaschutzverpackten 500-g-Päckchen verkauft zu werden.
Dabei liegt der Preis deutlich unter den sonst üblichen 100-150 Euro pro Kilogramm – laut den beiden Firmengründern dank großer Einfuhrmengen und des Verzichts auf alles, was die Qualität nicht erhöht.
Damit orientieren sie sich an der oben erwähnten Teekampagne, die in den 80er Jahren den deutschen (Tee-)Markt gehörig aufwirbelte. Die einfache Idee: exotische Waren (Tee, Kaffee) Privatleuten in Großpackungen zu Preisen anzubieten, die das Großhandelsniveau nur knapp überstiegen. Und dies am besten über das Internet, so werden die Kosten für Präsentation und Verkauf in einem Ladengeschäft gespart. Dies kommt nicht nur dem eigenen Geldbeutel, sondern auch dem des Produzenten – in der Regel ein Kleinbauer oder eine Kooperative – zugute.
Fazit: Kaffee + Teekampagne = Kaffeekampagne? Ganz so kämpferisch will sich Prime Coffee Traders sicher nicht verstanden wissen. Klar ist jedoch, dass die beiden Hamburger eine Marktlücke aufgetan haben, denn wer möchte nicht den besten Kaffee der Welt genießen, soziales Gewissen beweisen und noch genug Geld in der Tasche behalten, um ein leckeres Stück Kuchen dazu zu vernaschen?
* Der Blue-Mountain-Kaffee wird in den Hochlagen des namensgebenden Gebirges auf Jamaika angebaut. In der kühlen Feuchte der nebligen Berghänge reifen die Kaffeekirschen zwar recht langsam, erhalten so aber auch ihr mildes, volles Aroma. Dass diese Sorte als Königin des Kaffees gilt, liegt sicher auch an der begrenzten Ertragsfähigkeit dieses Standorts: Jährlich werden nur rund 1.000 Tonnen produziert – ein Tropfen im großen Kaffeepott der Weltproduzenten…

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8. September 2011 at 20:40
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