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Manchmal muss es eben herb sein

16 Mai

Dunkle Schokolade ist nicht jedermanns Geschmack. Tatsächlich war Milchschokolade jahrzehntelang der Liebling der Nation. Die süße Cremigkeit – das verband man mit Schokolade, nicht die anstrengenden Aromen von Bitterschokolade. Diese Ansicht wandelt sich seit einigen Jahren. Milchschokolade wird zunehmend als anspruchslos und wenig elegant wahrgenommen, während „Herrenschokolade“ als kulinarische und gustatorische Herausforderung gilt.

Dunkle Schokolade bewegt sich in einem Kakaoanteil-Bereich von 35-99 Prozent, der Zuckeranteil ist allerdings geringer als bei Milchschokolade – das unterstützt die Entfaltung der natürlich Kakaoaromen – und Milchpulver wird auch selten beigemischt. Dafür ist der Anteil an Kakaobutter höher. Dunkle Schokolade gilt seit jeher als leckere Zutat für Kuchen und Desserts. Mit hohem Fettanteil wird sie als Kuvertüre bezeichnet und bereichert als Guss so manche Leckerei.

Bekanntermaßen beginnt die Geschichte der Schokolade in Südamerika. Die Maya „erfanden“ das kräftige, bittere Gebräu Xocolatl, das mit der Beigabe von Chili und anderen Gewürzen eine kräftigende und auch aphrodisierende Wirkung haben sollte. Die Europäer modifizierten das Rezept durch Weglassen der Schärfe, Beibehaltung der Würze (soweit möglich) und Beimischung von Zucker. Ab diesem Moment (ca. 18. Jahrhundert) war der Siegeszug der Schokolade nicht mehr aufzuhalten.
Nach und nach wurde der Zuckeranteil erhöht und aus dem kräftigenden Produkt für die Oberschichten wurde erst „Militärschokolade“, d.h. Bestandteil der Marschverpflegung, und dann schließlich die süße Versuchung und Kariesfalle unserer Zeit. Mittlerweile wird Bitterschokolade in den verschiedensten Varianten hergestellt und als „Edel- oder Herrenschokolade“ beworben. Nur in Belgien scheint sich seit dem Schokoladen/Kakao-Import aus den ehemaligen Kolonien eine Vorliebe für herbere Schokolade gehalten zu haben. Lesen Sie hier mehr zu belgischer Schokolade!

Dunkle Schokolade lockt Kakaogenießer, die unter all dem Zucker in der Milchschokolade die Aromen der Grundzutat vermissen. Sie erschnuppern und schmecken lieber die Herbheit und leichte Säure des Kakaos und die rauchigen Produktionsaromen. Chocolatiers verwöhnen diese Triathleten des Genusses heute mit allerlei Zusätzen und Spezereien, die das Naschen gleich auf ein ganz anderes Niveau heben. Dabei denkt man zum Beispiel an Bachhalms Zartbitterschokolade mit getrocknetem Hirschschinken oder Zotters Vanille-Kirsch-Kombination.

In den letzten Jahren wurde auch die Wirkung dunkler Schokolade auf die Gesundheit untersucht (schließlich galt Schokolade lange als „gefährlich“). Es stellte sich heraus, dass dunkle Schokolade den Gehalt der Antioxidantien im Blut steigen lässt. Diese Stoffe neutralisieren Zell schädigende Sauerstoffmoleküle und haben – vereinfacht gesagt – einen Herz schützenden und Blutdruck senkenden Effekt. Dieser Effekt wird allerdings durch Milch wieder aufgehoben. Fazit: Bitterschokolade mit Milchpulver oder ein Glas Milch zum süßen Snack vermeiden – so schmeckt sie auch vielfältiger!

 
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  1. Weihnachtliches mit Schokolade | Schokolade und Kaffee

    26. November 2011 at 07:25

    [...] mindestens 100 g Kuvertüre der Wahl (herbe Schokolade ist z. B. ein beliebter Begleiter für [...]